Haar-Seife selbst herstellen

Ja, ich weiß, es gibt unzählige Seiten mit tollen Rezepten, Empfehlungen, Duftnoten mit und ohne Glitzer und was weiß ich nicht alles. Ganz ehrlich, das überfordert mich.
Jeder will das beste Produkt anbieten und das Ganze wird unüberschaubar.

Warum ich das schreibe? Nun, vor ein paar Monaten habe ich mal probeweise ein festes Shampoo gekauft. Ich war neugierig und mir ging der ganze Plastikmüll auf die Nerven. Zudem machte ich mir Gedanken über die ganzen Zusätze in den herkömmlichen Shampoos und was sie mit unserem Wasser anstellen.

Lange Rede kurzer Sinn, ich habe aus einer lokalen Manufaktur ein Stück festes Shampoo gekauft.
Ich sollte vielleicht erwähnen, dass ich kurze Haare habe, keine Schuppen, kein feines oder fettendes Haar, eher ganz normal. Das einzige, was ich nicht haben kann sind Zitrusbeisätze in gekauften Seifen. Da wird die Haut trocken und fängt an zu jucken.

Die Verwendung der festen Seife ist nicht sonderlich schwierig. Man schäumt sie ein wenig auf, bevor man sie ins nasse Haar gibt. Je nach Hersteller schäumt es mehr oder weniger, was mich anfangs irritierte. Das ultimative Schaumerlebnis bleibt aus, man gewöhnt sich aber schnell dran, dass es sich anders anfühlt als herkömmliche Shampoos.
Einfach die Seife im Haar verteilen, massieren und wieder ausspülen. Das Ausspülen geht schneller als bei den flüssigen Shampoos.
Das nasse Haar fühlt sich allerdings auch nicht so weich an und auch der sost so langanhaltende Duft bleibt aus.
Von der Handhabung finde ich es ok.

Wie gesagt, ich habe kurze Haare, eher anspruchslos, und keine große Lust auf Brimborium beim Haarewaschen. Große Nachbehandlungen, Spülungen und Kuren benötige ich eigentlich nicht.

Die Seife hat ein sauberes Gefühl hinterlassen, die Kämmbarkeit war gut.
Zu bemängeln hatte ich, dass die Haare etwas stumpf wirkten.
Da folgte die zweite Sorte Shampoo-Seife, mit Apfelessig……angeblich toll für Glanz und Co.
Leider konnte mich das auch nicht überzeugen und ich forschte weiter.
So schnell gebe ich mich nicht geschlagen!

Ich stieß auf ein sehr einfaches Rezept zum Selbermachen (we-go-wild) und habe die Zutaten gekauft.
* Sheabutter
* SLSA Tensid
* Rosmarinöl, Minzöl und Thymianöl
* Maisstärke
Die Herstellung war wirklich einfach. Du kannst die Öle auswählen und dosieren wie du magst.
Ich habe mich für Rosmarin mit einem Hauch Minze entschieden. Wirklich dezent.

Zutaten (ausreichend für xxx Seifesnstücke in perfekter Reisegröße)

Zubereitung:

  • die Zutaten abwiegen und bereitstellen
  • Förmchen auswählen
  • Schmelze die Sheabutter im Wasserbad.
  • dasTensid und die Maisstärke in einer Schüssel vermischen
  • die Sheabutter untermischen
  • die ätherischen Öle dazugeben und die Masse mit den Händen verkneten
  • die fertige Masse mit den Fingern gleichmässig in die Formen drücken.
    Am besten man formt zuerst eine ausreichend große und gleichmäßige Kugel, die in einem Stück in die Formen gedrückt wird. Überschüssige Masse entfernen und die Ränder schön sauber formen.
  • Die Seife in den Formen über Nacht stehen lassen und dann vorsichtig aus den Formen lösen.
  • Die Seife ist fertig zur Verwendung!

Ich habe verschiedene Formen in verschiedenen Größen benutzt. Es gibt extra Seifenformen.
Da ich zuerst mal ausprobieren wollte, habe ich Silikonformen aus der Patisserie benutzt. Auch Eiswürfelformen gehen.

Die Seifenstücke bewahre ich in einem Schraubglas auf.

Obwohl ich Zweifel hatte, dass diese krümelige Mischung in der Schüssel eine brauchbare Seife ergeben sollte, habe ich sie in Silikonförmchen gegeben und nach Anweisung über Nacht stehen gelassen.
Aus den Förmchen ließen sich die Stücke ansich gut entfernen, obwohl die Ränder nach wie vor krümelig wirkten.

Alle meine Zweifel lösten sich in Wohlgefallen auf, als ich die Seife das erste Mal benutzt habe.
Sie schäumt, sie duftet dezent und sie hinterlässt ein wunderbar weiches Haargefühl.
Ich bin begeistert! Die Haare haben wieder Glanz und sehen gesund aus. Kein Jucken, keine Schüppchen, kein Stroh, einfach toll!

Und was mir noch auffiel:
Seifen müssen nach der Benutzung abtrocknen können. Was ich nicht mag, dass alle Seifen diesen glitschigen Rest hinterlassen, glitschig aussehen und sich auch so anfühlen.
Das habe ich bei der selbstgemachten Seife nicht. Die trocknet gut ab und hinterlässt fast keine Reste.

Hilfreich:
Wie erwähnt ist eine Seifenschale mit guter Ablaufmöglichkeit für´s Wasser super. Ich habe eine Schale aus Olivenholz in die ich Löcher gebohrt habe. Ich mag Olivenholz.

Wenn die Seifenstücke kleiner werden und auseinander brechen, ist ein Seifensäckchen hilfreich. So kannst du die Seife bis zum letzten Krümel aufbrauchen.
Als Material hierfür eignen sich hervorragend die „Gemüsesäckchen“. Man kann sie problemlos zerschneiden und neu vernähen. Wer keine Nähmaschine besitzt, schneidet einen Kreis aus, gibt die Seifenreste in die Mitte und bindet das Säckchen oben zusammen.
Die Seife kann gut aufschäumen, das Wasser kann super ablaufen und die Seifen schnell trocknen.

Vorteile:
+ einfache Herstellung
+ schnelle Herstellung
+ frei von schädlichen Inhaltstoffen
+ man kann kleine Reisegrößen herstellen
+ nicht nur dfür die Haare verwendbar sondern auch für den Körper
+ tolle Geschenkidee

Nachteile:
– bis jetzt noch keine Auffälligkeiten
– das Dufterlebnis fällt deutlich dezenter uas, was mich allerdings nicht stört.

Vielleicht noch ein kleiner Nachtrag wie viele Haarwäschen man mit zB einem Herzchen machen kann?
Ich benutze das Stück Seife jetzt die dritte Woche und es ist nichtmal die Hälfte aufgebraucht. Die Seife ist echt ergiebig. Für einen 2-wöchigen Urlaub würde ich pro Person eine Portion einpacken.

Vielleicht kann ich dich ja zum Nachmachen animieren? Wäre toll! Hast du noch Fragen?

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