Endlich mal raus!

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Raus! Raus aus dem Alltag, raus aus dem Trott, raus aus dem nörgeligen Coronascheiß, mal was anderes sehen und hören.

Noch zu Lockdownzeiten habe ich mutig einfach zwei Übernachtungen bebucht. Der Termin war noch gut 6 Monate hin und keiner konnte abschätzen wie die Lage sich bis dahin entwickeln würde.
Also nicht mit dem Flieger weg, keine Fernreise, auch nicht Griechenland, nee, Hamminkeln bei Bocholt. Ja, das ist von Dortmund nicht weit weg, so etwa 45min Fahrt, am Niederrhein.

TIPP: Dingdener Heide

Was willste dennn da? Die Fragenzeichen wurden immer größer.
Ich hab ein Seehaus gemietet. Ein kleines blaues Haus an einem See….. Wunderschön. Mein Mann war sofort begeistert! Bis ich so nach und nach mit den Bedingungen raus rückte.
Ja, kleines Haus am See, auf einem Campingplatz…….und das Haus hat keine eigenen Sanitären Anlagen. Heisst, Pippi machen auf den dem Campingplatz zugehörigen Gemeinschaftstoiletten. Duschen und Geschirrspülen ebenfalls im Sanitärtrakt, getrennt voneinander, nicht dass man das falsch versteht….. also kein Geschirrspülen während man duscht…..

Der Schock war nicht von langer Dauer, man arrangierte sich mit dem Gedanken nachts mit Schlappen, Joggingbuxe und Taschenlampe los zu ziehen wenns nötig ist.

Da wir ja ohnehin sonst immer Ferienhäuser und so buchen, haben wir diverses Equipment, was wir immer dabei haben. So viel anders sollte der Aufenthalt im Seehaus nicht werden.

Um Bettzeug und Geschirr mussten wir uns nicht kümmern, das sollte laut Beschreibung vorhanden sein und war es auch.

Die Coronalage hatte sich über die Monate deutlich entspannt und es sollte diesmal tatsächlich eine Auszeit ausserhalb der eigenen vier Wände werden.
Also fahren wir los, bepackt mit Grill, Fahrrädern, Küchenequipment und ein paar Klamotten. Das Abenteuer Haus am See ruft.
Nun, das war wirklich nicht allzu weit zu fahren. Schon als wir die Autobahn an der Ausfahrt Hamminkeln verlassen, verändert sich die Landschaft merklich.
Es riecht nach Landluft und überall sind Maisfelder und Kuhweiden. Die kleinen Strassen, die wir als Promilleweg oder Schleichweg bezeichnen sind hier normale Hauptverkehrsstrassen….interessant.
Das Navi führt uns vorbei an mannshohen Maisfeldern, zufrieden kauenden Kühen, voll hängenden Birn- und Apfelbäumen und riesen Bauernhöfen. Kurz drauf stehen wir auf dem Parkplatz des Campingareals. Der See liegt vor uns, die drei kleinen Seehäuser, das Gebäude mit den Gemeinschaftssanitäranlagen und ein Gebäude in dem die Rezeption untergebracht ist.
Wenn ich jetzt weiter schreibe möchte ich bemerken, dass die Hygienebestimmungen an jedem Punkt eingehalten wurden (Desinfizieren und Maske etc).

Das Einchecken ist problemlos, die Angestellten sehr freundlich. Wir bekommen eine Plastikkarte mit der sich das Schloß am Haus öffnen lässt und womit wir Zugang zu den sanitären Anlagen haben.
Für die Dauer unseres Aufenthaltes stellt man uns einen Bollerwagen zum Transport des Gepäcks zur Verfügung. Das Auto parkt ausserhalb des Campinggeländes, ist aber in Sichtweite.

Wir entladen also unser Auto und karren Fahrräder und Gepäck zum kleinen blauen Seehaus. Bevor wir ins Haus gehen, erfreuen wir uns an der zum See gewandten großen Holzterrasse. Klasse. Jedes Häuschen hat seine eigene Terrasse. Jetzt aber endlich mal das Haus inspizieren.
Jaaaaa, das sieht tatsächlich aus wie auf den Fotos. Ein richtiges Tiny House mit einer Einrichtung, die stark an die Kinder von Bullerbü erinnert.
Im nordischen Stil total gemütlich engerichtet mit multifunktionalen Möbeln und lieber Deko.
Die Bettwäsche ist kuschelig und riecht frisch gewaschen und in den Schränken befinden sich Geschirr, Toaster, Wasserkocher, Herdplatte und eine Pad-Kaffeemaschine. Eigentlich alles, was man braucht.

Für den nächsten Morgen hatte ich einen Frühstückskorb mit frischen Brötchen und allerlei Leckereien auch aus der Region gebucht. Wir hatten eigentlich alles, was das Herz begehrt und fanden die Idee großartig.

Auf der kleinen Terrasse direkt vor der Haustür haben wir gerne gesessen. Das ist ein lauschiges Plätzchen, windgeschützt und kuschelig. Abends sind dort Solarleuchten, die das Sitzen umso gemütlicher machen, wenn es am Wasser irgendwann zu frisch wird.

Die Holzterrasse haben wir gut genutzt, denn das Wetter war echt klasse und sonnig, so dass wir in Gesellschaft von einem anhänglichen Schwan lange sitzen konnten, die Füße im Wasser baumelnd, ein Bier / Wein in der Hand.
Unser Grill ließ sich da auch klasse aufbauen und die im Nachbarort erworbenen Bratwürstchen schmeckten frisch gegrillt einfach super.

den tollen Grill für alle Gelegenheiten findet ihr hier: SKOTTI

Der Campingplatz liegt ziemlich gut inmitten eines Naturschutzgebietes, so dass man von dort aus tolle Ausflüge unternehmen kann.
Mit dem Fahrrad lassen sich klasse Touren unternehmen. Die Region Niederrhein verfügt über einen Knotenpunktsystem (wie in Holland) womit sich die Touren gut planen lassen und die Orientierung wirklich einfach ist.

Auf dem Gelände selbst sind zwei Spielplätze am See, ein Spieleraum, Gokarts, Volleyball, Tischtennis, Paddleboard und Kanuverleih, einen Pumptrack ( für Laufräder, Dreiräder, Roller oder Gokarts ), Fitnessgeräte und vieles mehr.
Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt, im Haupthaus (wo die Rezeption ist) ist eine Gastronomie mit Imbiss und Biergarten unter gebracht. Hier lässt es sich prima sitzen und lecker essen.
Und solltem mal vergessen haben etwas einzukaufen, im Heidelädchen neben der Rezeption gibt es frische Backwaren, Kalt- und Heißgetränke und diverse weitere Artikel.
Auch einen Brötchenservice kann man sich zwischen April und September bestellen.

Die holländische Grenze ist nur einen Steinwurf entfernt, Winterswijk ist vielen Tagetouristen ein Begriff, vor allem an Samstagen, wenn Markt ist. Es geht aber auch beschaulicher, wenn man dem Städtchen an einem normalen Wochentag einen Besuch abstattet.Wer sich noch mit Campingequipment ausstatten möchte, der ist bei Obelink goldrichtig. Ein Freizeitmarkt für Camping und Outdooraktivitäten. Ein Dorado für Camper, da klappt einem die Kinnlade runter was es hier alles an Zubehör zu kaufen gubt. Ach was sage ich. Zubehör? Hier kriegst du auch Wohnmobile und Caravane….und natürlich alles, was das in selbige an Ausstattung gehört.

Ich fasse nochmal für die Zweifler und Naserümpfer (wegen der fehlenden eigene Toilette) das Abenteuer Campingplatz zusammen :
– Gemeinschaftstoiletten / -waschräume sind hier überhaupt kein Problem. Zugang über die Karte regelt, modern, gut beleuchtet, sehr gepflegt und sauber
– Geschirrspülen geht hier in Minutenschnelle dank einer professionellen Spülmaschine
– kein Schleppen von Koffern und Equipment dank der Bollerwagen, die für den gesamten Aufenthalt zur Verfügung stehen

Fazit:
Es war ganz nicht so schlimm wie erwartet…….. natürlich ist es blöd mitten in der Nacht aus dem Bett in die Klamotten zu steigen und in stockdusterer Nacht mit der Taschenlampe zur Toilette zu schlurfen…… aber es geht!
Ich denke, wir würden es wieder machen.
Natürlich ist es umso schöner, wenn das Wetter mitspielt und man die Terrasse in vollen Zügen ausnutzen und geniessen kann. Bei schlechtem Wetter….naja, da stößt man vermutlich schnell an seine Grenzen, weil das Haus eben ein Tiny House ist….. nämlich mit begrenztem Raumangebot.

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Alltagsseele sagt:

    Klingt bzw. liest sich spannend schön.

    Gefällt mir

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