So eine Pleite….

Ja, der BVB hat verkackt. Als wäre das nicht schon bescheiden genug, hatten wir auch noch einen sehr merkwürdigen Abend.
Merkwürdig nicht, weil wir zum Essen verabredet waren, sondern eher, was wir in dem Restaurant erlebt haben.
Notiz an mich selber, was auf Tripadvisor steht, enthält doch ein wenig Wahrheit.

Von vorne.
Die Brasserie / Restaurant / Gasthaus „Zur Quelle“ in Dortmund war das Ziel.
Ich verzichte jetzt ganz bewusst auf den Link, weil ich es nicht wert finde darauf zu verweisen!

Diejenigen, die schon dort waren, brauchen nicht weiter zu lesen….. diejenigen, die da gerne hin wollen, sollten vielleicht doch bis zum Ende lesen.
Die Homepage gibt nicht ganz soviel her. Vielleicht ist das so gewollt, soll neugierig machen auf das Konzept und die Location. Mag sein.
Die Brasserie liegt in einer Kleingartenanlage und ist eigentlich gut zu erreichen. Allerdings ist das Hinweisschild von der Hauptstrasse aus kommen nur aus einer Richtung zu lesen. Du eierst erstmal durch den dunklen Wald (Knöpfchen runter), bis ganz am Ende dann tatsächlich da noch ein Haus steht. Parkplätze gibt es genug. Und das war zusammen mit den sehr gepflegten Toiletten auch schon das Positive.

Motiviert und neugierig auf den Abend und das Essen betraten wir den Gastraum. Auf den ersten Blick nett, klein, übersichtlich, bis wir feststellten, dass es weitere Räume gab, da lasse ich mich gleich drüber aus.
Die Dame, die sich später als Besitzerin rausstellte, wies uns den reservierten Tisch zu und der Abend nahm seinen Lauf.
Unsere Bekannten trudelten ein und wir bestellten die Getränke.
Es kam ein Gruß aus der Küche und der war lecker. Ein Entenrillette, dazu geröstetes Brot und Cornichons. Sehr fein! Wir freuten uns auf das, was noch folgen sollte.

Auf die Frage nach der Speisekarte guckte uns die Besitzerin verständnislos an und wies auf die draussen! (5 Grad Außentemperatur), vor dem Restaurant angeschlagene handgeschriebene Tafel hin.
Wir also alle Mann raus auf die frostige Terrasse um die „Karte“ zu studieren.
Es war so arschkalt, dass wir uns dafür entschieden, ein Foto von der Tafel zu machen, um uns drinnen für ein Gericht zu entscheiden.
Es waren nur wenige Gerichte ausgewiesen und die Gerichte lasen sich wie eine Weltreise. Von Vietnam ging es über Italien an Hessen vorbei nach Frankreich……. so in etwa. Die Spezialität sollte das Sardinenbrot sein. Das las sich gut und so bestellten wir 2x die Vorspeise, um sie pärchenweise miteinander zu teilen.  Die Hauptgerichte wählten wir ebenfalls und ließen uns belehren, was sich hinter dem vietnamesischen Gericht verbarg. Soweit alles gut.

Die junge Dame, die uns die Vorspeisenteller dann anreichte, glänzte den ganzen Abend mit gesellschaftlichen und zwischenmenschlichen Defiziten.
Sie stellte erst einen Teller hin, den zweiten brachte sie an den Nebentisch……?!
Als der zweite Teller war  klar, dass es sich um zwei völlig unterschiedliche Zubereitungsarten und Sorten der Sardinen handelte. Hätten wir wählen können? Hat uns keiner gefragt!
Wir, unwissend und verwirrt, fragten also höflich nach, was wir da auf dem Teller hatten. Da schnickte sie die zwei Ursprungsdosen auf den Tisch und bellte uns an, das  man ja wohl sehe, dass das unterschiedliche Sorten sind und überhaupt…….. uuuui, da hatte sie ohne Umschweife bei 4 Personen genau den richtigen Nerv getroffen.
Unhöflich blieb sie übrigens den ganzen Abend.
So, jetzt brauchten wir noch zusätzliche Tellerchen. Keiner wollte sich der schlechten Laune der Besitzerin aussetzen und so zogen wir quasi Streichhölzchen. Ich erbarmte mich und besorgte  die Teller. Diesmal tatsächlich ohne unfreundlich angeblafft zu werden.
Im Nachgang muss ich einfach nochmal erwähnen, dass wir für 4 kleine Sardinen aus der Dose, angerichtet auf EINEM Scheibchen Brot und etwas Deko 14,50€ gelatzt haben.
Wenn du die Sardinen im online kaufst, kostet eine Dose, wenn sie teuer ist 5,95€. Ich muss sagen, REPEKT Herr Pfarrer!

Unhöflich, damit kann man den gesamten weiblichen Part des Restaurant umschreiben. Unhöflich mit Tendenz zum Unverschämtheit.
Ich hasse es, wenn ich mich schlecht fühlen muss, weil ich die Unverschämtheit besitze und mich erdreiste, an einem Samstagabend solche Angebote wie einen Restaurantbesuch anzunehmen……

Nun, das Schauspiel ging weiter. Zuerst kam das vietnamesische Gericht und man entschuldigte sich für die Wartezeit und dass man nur eine kleine Küche hätte….. für uns im Übrigen, war die Wartezeit völlig ok.
Der Koch kam mit einem Kochtopf Brühe um die Ecke und füllte die Teller des Pho Bo vorort mit ausschweifenden Erklärungen auf. Er wies auf die zahlreichen Gewürze und Kräuter hin und verschwand wieder in der Küche.
Die Suppe roch komisch. Ich probierte bei meinem Mann, die Suppe schmeckte nach Seifenwasser und undefinierbaren Zutaten. So gar nicht asiatisch….aber ich mag halt auch keinen Koriander und davon war da wohl massenhaft verwendet worden.
Die Männer waren tapfer. Sie Schwitzen und versuchten sich mit dem Geschmack auseinander zu setzen. Sehr verwirrend war übrigens die Minze, die wir ausfindig machen konnten. Für das Gericht: etwas Gemüse, 4 hauchdünne Scheiben Fleisch und 2 Kellen Brühe für 18,50€.
Die weiteren Gerichte wurden serviert. Ich selbst hatte gebratene Ahle Blutwurst mit Bratkartoffeln und Apfelspalten….. und Wirsing, die Begleitung hatte Gnocci mit Kürbisgedöns bestellt. Sah ok aus, schmeckte auch gut. Aber irgendwie suchten wir nach der Berechtigung der Gerichte für die doch recht hohen Preise.
Keines der Gerichte stellte jetzt irgendwie hohe Anforderungen an den Koch und auch die Zutaten waren jetzt nicht so exotisch, dass man dafür  hätte um die Welt reisen müssen.

Zusammenfassend kann ich sagen, so richtig schlecht war nichts. Die Zutaten inbesondere das Rindfleisch beim Pho Bo war von ausgezeichneter Qualität.
Die beiden anderen Gericht waren auch ok.

Ich wunderte mich über den Wirsing in meinem Gericht, fand ihn aber ansich sehr lecker gewürzt und fragte ob man erfahren dürfte, welches Gewürz verwendet wurde. Ja gerne war die Antwort, der Koch käme ohnehin wahrscheinlich noch an den Tisch.
Ich glaube, hätten wir geahnt was kommt, hätten wir ausgetrunken, bezahlt und wären verschwunden.

Also, der Koch kam und nahm Platz. Ich fasse es wirklich kurz zusammen, denn der Koch und Besitzer der Brasserie manövrierte sich mit jedem ausgesprochenen Satz weiter in den no go Bereich……
Ja, der Wirsing war mit einer Mischung gewürzt, wo auch Zimt, Anis etc drin waren….er würde uns etwas davon abfüllen. Aaaaah, ein Lichtblick in dieser Servicewüste? Weit gefehlt.
Im nächsten Satz teilte er uns mit, man hätte ihn leer gefressen (O-Ton) und der Wirsing war eine Notzutat, denn er hätte nicht mehr genug Äpfel gehabt. Normalerweise gießt er den Wirsing mit Sahne an……
Uns klappte die Kinnlade runter….. das hätte er besser für sich behalten.
Es folgte eine Arie der Selbstbeweihräucherung vom Feinsten. Und immer wieder die unfeine Ausdrucksweise. Er sei früher in  einer führenden Position beschäftigt gewesen, aber nicht weiter verpflichtet worden (warum nur?) und entschied sich in fortgeschrittenem Alter ein Restaurant zu eröffnen…… oha.
Die Küche sei viel zu klein und man könne da nicht vernünftig arbeiten, das Zubereiten der Speisen sei deshalb problematisch , bla, bla, bla…… Im Ernst, es war nur eine handvoll Gäste da.  Ich möchte mir nicht ausmalen, wie eine große Gesellschaft verköstigt wird und vor allen Dingen immer wieder diese Unfreundlichkeit…..
Das Interieur, auf das war er besonders stolz…… nun ich gestehe, dass ich einzelne Element ganz cool fand. Der Man besaß allerdings das Talent, das aufkeimende Interesse sofort im Keim zu ersticken und auf völlig Überflüssiges und Banales zu verweisen.
Mein Gegenüber hatte da schon längst auf Durchzug geschaltet und ich hatte keinen Bock mehr Interesse zu heucheln….. wir hatten fertig!

Für die, die noch nicht da waren möchte ich sagen, es handelt sich um eine miefig piefige Kneipe in einer Schrebergartenanlage am Arsch der Welt. Der kunstrasengrüne Teppich, die nikotinvergilbten Falttüren und die gewöhnlichen Kneipenstühle lässt auch kein noch so modernes Gemälde oder schöne Stühle und Möbel aus Paletten verschwinden. Die Trödel-Romantik fanden wir nur mäßig, wenn man bedenkt, was der Koch so von sich gab und das Haus an Anspruch an seine Speisen vorgab.
Es war uns auch ziemlich wurscht dass ein Dietmar Bär hier ein und aus geht. Ich kann nur hoffen, dass er besser behandelt als man uns behandelt hat.

Jaaaaaaaaaaaaa, wir ließen es einfach über uns ergehen und waren froh, dass er zum nächsten Tisch von dannen zog.

Wir mussten über das Erlebte sehr lachen und amüsierten uns über soviel Ego und Selbstüberschätzung.
Es kam der Moment, als wir nach der Rechnung verlangten. Freunde, jetzt kam der ganz große Knaller!
Die Besitzerin legte uns wortlos den handschriftlich geschrieben Zettel hin und verschwand………
Ich glaube, wir suchten heimlich nach der versteckten Kamera, das konnte unmöglich ihr ernst sein. Doch, war ihr ernst und es sprang auch keiner aus dem Schrank und schrie „hahahaha, voll reingefallen!“.
Seufz, wir teilte der Einfachheit halber  durch zwei, legten das Geld hin und machten uns auf den Weg nach draussen.

Die beiden Nebentische scheinen wohl Gäste gewesen zu sein, die da öfter hin gehen. Es war mehr als deutlich, dass man sie sehr viel zuvorkommender und freundlicher behandelt hat. Eine Schande! Schade, wir hatten uns zumindest auf ein schönes Ambiente mit gutem Essen und entsprechender Bewirtung gefreut. Das traf nur zu einem kleinen Teil zu.

Noch auf dem Parkplatz ließen wir uns über das gerade erlebte aus.
Wir diskutierten auf der Heimfahrt, Fazit never ever again!

Diese merkwürdige Suppe blieb uns in Erinnerung und wir recherchierten mal nach den ursprünglichen  Zutaten….. egal wieviele Rezepte wir sichteten, diese rausschmeckende Minze war niemals Bestandteil…..

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